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30. Januar 2017

2017 Gesucht: Bayerns nachhaltigste Kleingartenanlagen

Wettbewerbe wie der Landeswettbewerb "Gärten im Städtebau" leisten einen wichtigen Beitrag dazu, das Kleingartenwesen mit seinen Leistungen in der Öffentlichkeit darzustellen.

Die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb übernimmt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, vertreten durch die Staatsministerin Ulrike Scharf.

Kleingartenanlagen sind Teil des öffentlichen Grüns und präsentieren sie sich in vielfältigen Formen: Sie sind Rückzugsgebiete für den Einzelnen und zugleich offen für alle Bürger und zeigen dem Besucher eine Fülle von "Gartengesichtern".
Wir suchen Kleingartenanlagen in Bayern, die Interessantes aufweisen können, ob im sozialen, städtebaulichen oder ökologischen Bereich.

Ziele

Der Wettbewerb läuft unter dem Motto: "Kleine Gärten - bunte Vielfalt".

Durch diesen Wettbewerb sollen Städte, Gemeinden und deren Kleingärtnerorganisationen für nachhaltige Kleingartenpolitik ausgezeichnet werden. Zugleich soll damit die Öffentlichkeit auf die Leistungen und Wirkungen des Kleingartenwesens für die Bürgergesellschaft, für Umwelt und Natur, sowie für die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden aufmerksam gemacht werden.

Der Wettbewerb hat das Ziel, beispielhafte Lösungen und Projekte für die Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von Kleingärten und Kleingartenanlagen und die ihnen zu Grunde liegenden kommunalen Konzeptionen und Ideen hervorzuheben. Er soll helfen, die städtebauliche Bedeutung von Kleingärten zu verdeutlichen, ihre Position zu stärken und sie so noch mehr in das Bau- und Planungsrecht zu integrieren. Er soll darlegen, wie Kleingartenvereine als Teil der Gesellschaft und Kleingartenanlagen als Element urbanen Grüns dazu beitragen, unsere Gesellschaft nachhaltig zu entwickeln. Der Wettbewerb soll aufzeigen, wie Gartenfreundinnen und Gartenfreunde dazu beitragen, die Stadtnatur in einem Zustand zu halten, in dem sie den Nutzern Freude bereitet, Entspannung bietet und gleichzeitig langfristig erhalten bleibt.

Ökologische und soziale Vielfalt bewahren
Kleingärten sind Teil von lebenswerten, lebendigen und zukunftsfähigen Siedlungsstrukturen. Sie gehören zur grünen Infrastruktur, ihre Bedeutung wächst. Trotzdem ist ihr Bestand häufig nicht gesichert. Vielfach zählt lediglich der monetäre Wert der Fläche, nicht aber deren Bedeutung für den Stadtraum und die Stadtgesellschaft. Kleingärten schaffen qualitätsvolle Grünflächen, sorgen für ein besseres Stadtklima und sichern Stadtnatur, indem sie die Bedürfnisse unterschiedlicher Gemeinschaften von Menschen, Tieren und Pflanzen berücksichtigen. Kleingärten sind zugleich grüner und sozialer Bestandteil kommunaler Infrastruktur. Kleingärten sind urbaner Lebensraum, sie sichern ökologische und soziale Vielfalt. Kleingärten können zu nachhaltigen Konsum- und Lebensstilen beitragen.

Bürgerschaftliches Engagement fördern
Darüber hinaus prägen Kleingärtnerinnen und Kleingärtner mit vielfältigen Projekten und auch das soziale Klima in den angrenzenden Wohnquartieren: Umweltbildung für Kinder und Jugendliche, Nachbarschaftstreff, Spielplatz und Naherholungsgebiet für das angrenzende Quartier - hier wird bürgerschaftliches Engagement groß geschrieben. In Kleingärten treffen sich Menschen mit unterschiedlichsten Biografien: Kleingartenvereine bringen somit verschiedene gesellschaftliche Gruppen zusammen; sie leisten daher einen wertvollen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in unseren Städten und Gemeinden.

Teilnahmeberechtigung und Kriterien

Teilnahmeberechtigt sind alle Mitgliedsvereinigungen des LBK, d. h. alle eigenständigen Vereine bzw. Verbände. Bei einem Zusammenschluss von mehreren Kleingartenanlagen (wie beispielsweise in Stadtverbänden üblich) ist die Anlage zu benennen, die am Wettbewerb teilnehmen soll. Ausgenommen sind Anlagen, die bereits am Landeswettbewerb 2013 teilgenommen haben.

Die Wettbewerbsleistungen werden nach folgenden Kriterien beurteilt:

Städtebauliche Funktion und Gestaltung der Gesamtanlage

  • Wie ist die Kleingartenanlage in die städtebauliche Struktur, in den Siedlungs- und Landschaftsraum der Stadt, der Gemeinde eingebunden?

  • Erfüllt sie die Anforderungen einer kommunalen Grünfläche mit einer Mischung aus öffentlich und privat genutztem Frün und ist sie nachhaltig gesichert?

Ökologische Strategien und naturschutzfachliche Projekte

  • Setzt der Verein den Leitgedanken der Nachhaltigkeit in der Kleingartenanlage konsequent um (dazu gehören: Entsiegelungsmaßnahmen, Regenwasserspeicherung, Kompostanlagen, landschaftstypisches Bauen, Verwendung ortstypischer Materialien, Vermeidung von Plastik)?

  • Entsprechen Bewirtschaftung und Nutzung der Anlage ökologischen Kriterien?

  • Wird das Leitbild des naturnahen Gärtnerns praktiziert (das können sein: Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, torffreies Gärtnern, standortgerechte und einheimische Pflanzen, Bodenpflege und Bodenschutz, Bewässerung, Förderung von Nützlingen)?

  • Trägt der Verein mit konkreten Maßnahmen oder Projekten zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz bei (das können sein: extensiv genutzte Flächen wie Streuobst-, Feucht-, Trocken- und Blumenwiesen, Pionier- und Brachflächen, Klein- und Kleinstbiotope, Nähr- und Nistgehölze, Nisthilfen und Unterschlüpfe für Tiere)?

  • Gibt es Kooperationen im Bereich Natur- und Umweltschutz? Welchen Beitrag leisten die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zur Förderung der Biodiversität und zur Weitergabe gartenbaulichen Wissens?

Soziale Projekte und bürgerschaftliches Engagement des Vereins

  • Welche gesellschaftlichen Funktionen erfüllt der Verein? Wird er seinem sozialen Auftrag gerecht, wirkt integrativ und gesellschaftlich nachhaltig bezogen auf soziale Milieus, Nationalitäten und Generationen?

  • Wie nimmt er seine soziale Verantwortung nach außen und innen wahr?

  • Welche Projekte wurden und werden von den Kleingärtnern allein oder in Zusammenarbeit mit den Kommunen oder anderen Verbänden und Organisationen realisiert (das können z.B. Tafelgärten, Lehrgärten, Schulgärten, Behindertengärten, Kooperationen mit sozialen und kulturellen Einrichtungen oder Organisationen sowie Angebote zur Integration von Menschen verschiedener Nationalitäten oder sozialen Milieus sein)?

Planung und Gestaltung der Anlage

  • Ist die Anlage naturgerecht und im Sinne der Nutzergemeinschaft gestaltet?

  • Wie sind die Gemeinschaftsflächen, Plätze und Wege gestaltet und ausgestattet, wie hoch ist der Versiegelungsgrad? Wird die Erlebnisqualität der Anlage durch gestalterische Besonderheiten erhöht?

Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten

  • Wie sind die Einzelgärten gestaltet und in welchem Maß werden sie kleingärtnerisch genutzt?

  • Welchen Beitrag leisten die Kleingärtner zur Bewahrung der Gartenkultur?

  • Werden die Prinzipien des naturnahen Gärtnerns und der guten fachlichen Praxis angewandt? Wird nachhaltig gegärtnert?

  • Tragen die Gartenfreunde mit konkreten Maßnahmen oder Objekten zum Natur- und Artenschutz bei (Feucht- und Trockenbiotop, Nützlingsförderung, Nisthilfen, Rückzugsmöglichkeiten)?

Qualität und Kreativität der Bewerbung

  • Wie präsentiert sich der Kleingartenverein mit seinen eingereichten Unterlagen und am Tag der Besichtigung (empfehlenswert: Vertreter der Kommunalpolitik und der zuständigen Behörden sind anwesend und übernehmen einen Teil der Erläuterungen) und wie stellt er an Beispielen die Leistungen des Vereins dar, die ebenfalls bewertet werden (Chronik, Veranstaltungen, Kooperationen mit Bildungseinrichtungen)?

  • Eine gute fachliche Präsentation der Kleingartenanlage vor Ort am Tag der Besichtigung durch die Bewertungskommission kann für den Erfolg der Bewerbung von entscheidender Bedeutung sein.

Anmeldung und Bewerbuns-Unterlagen

ANMELDUNG
Die Anmeldung zum Wettbewerb kann formlos per E-Mail, Brief oder Fax im gesamten Zeitraum der Wettbewerbsdurchführung erfolgen. Die Anmeldung ist Voraussetzung zur Teilnahme. Teilnehmer ist immer der Verein bzw. Verband, vertreten durch den Vorsitzenden in Zusammenarbeit mit der Kommune. Die Anmeldung sollte im Interesse einer geordneten Abwicklung möglichst früh erfolgen.

WETTBEWERBSUNTERLAGEN
Die Unterlagen können unabhängig von der Anmeldung im gesamten Zeitraum der Wettbewerbsdurchführung bei unten angegebener Adresse erfolgen. Gefordert sind folgende Unterlagen in einfacher Ausführung:

1. Allgemeine Angaben:
Auf einem eigenen DIN A4-Blatt sollten Angaben gemacht werden bezüglich:

  • Stadt/Gemeinde, in der die Anlage liegt

  • Bezeichnung des Vereins bzw. Stadtverbands

  • Größe der Anlage/Anzahl der Gärten in der Anlage bzw. der Mitglieder des Vereins

  • Alter der Anlage

  • Vorsitzender bzw. Vorstand der Anlage

  • Anschrift des Vereins bzw. der Ansprechpartner für den Wettbewerb

2. Kurzbericht zu den Bewertungskriterien:
(DIN-A4 Blätter nach Bedarf) Darstellung, in welcher Weise der Verein mit seiner Anlage die Kriterien erfüllt.

3. Auszug Flächennutzungsplan, aus dem die Lage und der planungsrechtliche Status (Daueranlage?) der Anlage hervorgehen.

4. Lageplan der Anlage, aus dem die Gestaltung der Anlage hervorgeht, alternativ auch: Bebauungs-/Grünordnungsplan der Anlage, wenn vorhanden; der Maßstab sollte (je nach Größe) zwischen min. 1:1.000 und max. 1:200 liegen.

5. Ergänzungen/Anlagen: Zur Vertiefung der Bewerbung können weitere Unterlagen zum Verein wie Beschreibung der Projekte, Aktivitäten, Veranstaltungen und Gemeinschaftsleistungen des Vereins, aber auch Fotografien, Bilder, Jubiläumsschriften, Chroniken, historische Dokumente etc. beigefügt werden.

Die Unterlagen sollen in einer DIN A4-Mappe, die deutlich erkennbar mit dem Namen des Teilnehmers (Verein/Verband) versehen ist, zusammengefasst und an folgende Anschrift versandt werden:

Landesverband Bayerischer Kleingärtner e.V.
Steiermarkstr. 41
81241 München
Telefon: 089 / 568883, Fax: 089 / 567641
Internet: www.l-b-k.de
E-Mail: info@l-b-k.de

Besichtigung der Anlagen / Preise und Einsendeschluss

Besichtigung der Anlagen
Die Anlagen werden voraussichtlich in der 39. Kalenderwoche, also zwischen 25. und 30. September 2017 besichtigt. Die Jury setzt sich aus Vertretern des LBK, Vertretern der bayerischen Fachverwaltungen sowie externen Fachleuten zusammen. Der genaue Zeitplan wird mit den Teilnehmern abgestimmt und rechtzeitig bekannt gegeben.

Preise / Auszeichnungen
Alle Teilnehmer erhalten eine Ehrenurkunde des LBK. Der LBK wählt aus den Einsendungen zudem drei Vereine bzw. Anlagen aus, die die Kriterien in beispielhafter Weise erfüllen. Diese drei Preisträger werden in einer Festveranstaltung mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Sie erhalten weiterhin:

  • ein Preisgeld (Höhe/Verteilung wird noch festgelegt)

  • ein Porträt in einer der folgenden Ausgaben des "Kleingarten Magazins".

Sonderpreise können bei besonders herausragenden Einzelleistungen in einer der Kategorien zusätzlich vergeben werden. Der mit Gold ausgezeichnete Verein/Verband und seine Anlage wird zum Bundeswettbewerb 2018 gemeldet.

Die Abschlussveranstaltung des Landeswettbewerbes findet am 21.10.2017 in Coburg statt.

Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 31. Mai 2017.

MITMACHEN LOHNT SICH!
Die positiven Effekte einer Teilnahme sind kaum zu überbieten: neben der medialen Aufmerksamkeit durch den Landesverband und die örtliche Presse trägt eine Teilnahme an diesem Wettbewerb und erst recht eine Platzierung immer dazu bei, die Position des Vereins/Verbandes gegenüber der Politik und Verwaltung zu verbessern. Die Sieger der letzten Jahre berichten übereinstimmend, dass die Arbeit mit den Ansprechpartnern in der Kommune (sei es beim Thema Pachtpreise/-gebühren oder auch Neuausweisung von Gärten) erleichtert wurde. Der Stellenwert Ihrer Belange steigt.
Deshalb: Mitmachen! Es lohnt sich.